Verein der
heimattreuen
Böhmerwäldler

Hauptstraße 7
Germannsdorf
94051 Hauzenberg

Telefon: 08586/2649

Telefax: 08586/978942

E-Mail: info@hoam.eu

Der Verein der heimattreuen Böhmerwäldler

Die Gründung des Vereins der heimattreuen Böhmerwäldler

Am 25. Juli 1948 sprach Adolf Webinger am Jakobifest und rief alle Böhmerwäldler zur Sammlung auf. Im Oktober 1948 erschien die erste Zeitschrift "Hoam!". Im Jahre 1948/49 war die Herausgabe von Presseerzeugnissen noch an die Bewilligung der Besatzungsmächte gebunden. Webinger beschloß, die Zeitschrift "illegal" herauszugeben.
1949 entwarf Webinger die Satzung für einen "Verein der heimattreuen Böhmerwäldler", der die Zeitschrift für die bisherige "Arbeitsgemeinschaft der Böhmerwäldler" nun als eingetragener Verein weiterhin herausgeben sollte. Am 23. Oktober 1949 erfolgte die Gründung des "Verein der heimattreuen Böhmerwäldler e.V." mit Sittz in Waldkirchen.
Gründungsmitglieder waren: Adolf Webiger, Rudolf Erhart, Rudolf Schinko, Oskar Gruber, Josef Kangler, Franz Griebl, Franz Friedl, Alois Hois.
Die erste Vorstandschaft bestand aus: 1. Vorsitzender: Adolf Webinger; 2. Vorsitzener: Rudolf Erhart; Schriftführer: Oskar Gruber; Kassenwart: Rudolf Schinko; Kulturbetreuer: Anton Neubauer; Schriftleitung "Hoam!" Adolf Webinger. In der ersten Zeit erfolgte der Versand der Zeitschrift in Briefumschlägen,später im Postvertrieb. Im November 1950 wurde die Jugendbeilage "Der Wanderstecken" eingeführt. Die Schriftleitung dafür übernahm Erich Hans.

Die vielfältigen Aufgaben des Vereins (sein Satzungszweck) sind:

a) die Herausgabe der Zeitschrift "Hoam!";
b) die Herausgabe von Büchern, Flugschriften, Aufrufen, Berichten, Kalendern, Ansichts- und Bilderkarten
c) die Anlage und Sammlung einer Heimatbücherei mit allen den Büchern und Werken, die von Böhmerwäldlern oder über den Böhmerwald geschrieben worden sind;
d) die Veranstaltung von Wanderungen, Ausflügen, Vorträgen, Versammlungen,Schulungen und Ausstellungen;
e) die Unterstützung von Gelehrten, die sich mit der Landes- und Volkskunde unserer Waldheimat beschäftigen;
f) die Unterstützung der studierenden Jugend des Böhmerwaldes;
g) die Unterstützung von Dichtern, Schriftstellern und Künstlern, die in ihren Werken unsere Heimatlandschaft oder ihre kulturellen Güter behandeln und verwerten;
h) das Zusammenwirken mit Vereinen anderer sudetendeutscher Landschaften, die ähnliche Ziele verfolgen.
i) regelmäßige Unterstützung des Böhmerwaldmuseums in Passau;
j) seit 1953 Erwerb, Bau und Unterhalt des Hauses der Böhmerwäldler - Adolf Webinger-Haus;

Der Verein ist von Anfang an als gemeinnützig anerkannt. Durch ehrenamtliche Verwaltung und sparsame Wirtschaftsführung sowie durch den Ertrag der Zeitschrift "Hoam!" und durch Spenden werden die Mittel für die verschiedenen Aktivitäten aufgebracht.


Adolf Webinger

Adolf Webinger

Adolf Webinger wurde am 18. Juli 1892 in Spitzberg geboren. Er besuchte die Volksschule in Pernek, die B&uumlrgerschule in Oberplan und die deutsche Lehrerbildungsanstalt in Budweis. Anschließend war er Lehrer in Salnau, Andreasberg und Tweras, bis er eingezogen wurde. Vom 26. Oktober 1914 bis 9. November leistete Webinger Kriegsdienst, wobei er ab 23. Juni 1915 in russischer Gefangenschaft war. Am 6. März 1918 gelang ihm die Flucht. Nochmals kam er an der Front in der Ukraine und in Italien zum Einsatz, ehe der Krieg endete.
Ab 1.Januar 1919 konnte er seinem Beruf als Lehrer wieder nachgehen, erst in Ogfolderhaid, dann in Oberplan, Salnau und wieder Oberplan. Am 1. September 1932 traf ihn die Versetzung "aus dienstlichen Gründen" an die Mädchenbürgerschule in Reichenau bei Gablonz, zwei Jahre später wurde er, wie er rückblickend selbst einmal schrieb, "infolge von Verleumdungen von zwei Schülern" vom Dienst enthoben und sein Gehalt radikal gekürzt. Seine pädagogische Tätigkeit konnte er erst am 1. April 1938 wieder aufnehmen. Am 24. Oktober desselben Jahres trat Webinger seinen Dienst als Schulrat in Krummau an. Während des Krieges war er Prüfungsschulrat für die zweite Lehrerprüfung für die Kreise Krummau, Kaplitz, Freistadt und Perg.
Wenige Tage nach Kriegsende, am 16. Mai !945, wurde Webinger von den Amerikanern interniert. In der Folgezeit machte er zehn Lager und Gefängnisse durch, ehe er am 27. April 1948 in Regensburg entlassen wurde. Danach lebte er in Hintereben, Waldkirchen, Stuttgart und Waldkraiburg.
Nach der Vertreibung beziehungsweise der Entlassung legte er im Oktober 1948 die erste Folge des "Hoam!" auf. Sein Werk ist nicht nur die Gründung der Zeitschrift "Hoam!" , auf ihn geht auch die Gründung des Vereins der heimattreuen Böhmerwäldler 1949 in Waldkirchen zurück. 1967 erhielt er den Kulturpreis der Stadt Passau für die Böhmerwäldler. Am 18. Februar 1978 ist Adolf Webinger im Krankenhaus Haag/Oberbayern gestorben.


Andreas Hartauer

Andreas Hartauer

Andreas Hartauer ist am 28. November 1839 tief im Böhmerwald auf der sogenannten Stachauer Hütte im Stachauer Gericht des KöniglichenWaldhwozd zur Welt gekommen und erhielt in Stachau die Taufe. Seine Kindheit erlebte er unweit seines Geburtsortes Goldbrunn auf den Gefilden; sehr hoch und mitten im Walde lagen hier auf dem alten Dominium Bergreichenstein sieben Häuser um eine Glashütte herum, auf der seit 1799 Pächter feines Hohlglas erzeugten. Andreas war eines von acht Kindern , die seine Eltern Andreas und Elisabeth Hartauer, geborene Gottermeier, aufzuziehen hatten. Wie alle Goldbrunner sollte auch er die Glasmacherkunst lernen; aber er hielt es daheim nicht lange aus; überigens blieben auch seine Eltern auf keiner Hütte lange. Er sehnte sich am meisten aus den Wäldern fort in die Welt. Sehnsucht nach der Welt, in der Welt draußen Heimweh nach dem Wald rüttelt ja an dem Herzen eines jeden rechten Böhmerwäldlers, und gar erst, wenn er zu den Glasmacherleuten gehört. So kam der Glasmacherlehrling nach dem etliche Stunden entfernten Eleonorenhain auf die alte Herrschaft Winterberg mitten hinein in die Helden- und Sagenzeit der jungen Mehrschen Glashütte, die zu Anfang der dreißiger Jahre gegründet worden war. Unter den ersten Glasmachern hier waren bereits zeri Hartauer, wohl nahe Verwandte zu Ankömmling. In Eleonorenheim verblieb er zwei Jahre lang, die zu den schönsten seines Lebens zählte. Eines Tages war der junge Goldbrunner Hartauer verschwunden und niemand wußte, wohin er sich begeben hatte; jahrelang hörten Eltern und Geschwister nichts von ihm; der alte Hartauer starb, ohne zu erfahren, wo sich sein "Andresl" herumtrieb. Es werden wohl die Wanderjahre seines Lebens gewesen sein. Längere Zeit hielt er sich als Glasmaler in Johannesdorf in Nordböhmen auf, wo viele Böhmerwäldler lebten und für Haidaer und Bürgsteiner Glashändler arbeiteten; hier ehelichte er am 27. November 1865 eine Häuslerstochter, Anna Oppitz, aus Bürgstein.


Seine weiteren Wege sind wiederum verdunkelt. Vielleicht war er noch einmal in Eleonorenhain; zuständig blieb er ja nach Obermoldau, zu welcher Gemeinde Eleonorenhain gehört, bevor er später das Heimatrecht in St. Pölten ersaß. Einige alte Glasarbeiter in Eleonorenhain erinnern sich noch gut seiner. Im Jahre 1883 zog er mit seiner Frau nach St. Pölten in Niederösterreich, wo er endlich, bereits ein Vierziger, seine Heimat fand. Hier eröffnete er eine Glasmalerei mit einer Glas- und Porzellanhandlung; bald brachte er es zu großem Wohlstand; so nannte er auch das Haus Nr. 50 in der Daniel-Gran-Straße sein eigen. Weil seine Ehe kinderlos war, nahm er seine Nichte Berta als Ziehkind an.
Berta vermählte sich später mit dem Glasmaler Anton Fritsche, der mit Hartauer das Geschäft gemeinsam führte. Infolge eines Familienzwiespaltes wurde aber nach einigen Jahren des Wohlstandes das Geschäft vernachlässigt, nach und nach verarmte die Familie und schließlich mußte das Haus verkauft werden.
Nachdem ihm seine Frau bereits im Tode vorausgegangen war, starb Andreas Hartauer am 18. Januar 1915 in ST. Pölten.


Das Böhmerwaldlied

Das Böhmerwaldlied

"Tief drin im Böhmerwald, da ist mein Heimatort,
es ist schon lange her, dass ich von hier bin fort,
doch die Erinnerung, die bleibt mir stets gewiß,
daß ich den Böhmerwald gar nie vergiß.
Das war im Böhmerwald,wo meine Wiege stand,
im schönen, grünen Böhmerwald.

O sel´ge Kindheitszeit, nur einmal kehr´ zurück,
wo spielend ich genoß das allerhöchste Glück,
wo ich am Vaterhaus auf grüner Wiese stand
und weithin schaut´ hinaus aufs Heimatland.
Das war im Böhmerwald, wo meine Wiege stand,
im schönen, grünen Böhmerwald.

Nur einmal noch, o Herr, laß mich die Heimat sehn,
den schönen Böhmerwald, die Täler und die Höh´n,
dann scheid´ ich gern von dir und rufe freudig aus:
Behüt´ Gott, Böhmerwald, ich geh´ nachhaus!
Das war im Böhmerwald, wo meine Wiege stand,
im schönen, grünen Böhmerwald."